Zum Hauptmenü springen

Resilienz

Was lässt Menschen schwere Krisen bewältigen ohne daran zu zerbrechen? Wie können Menschen gesund bleiben trotz Widrigkeiten wie Konzentrationslager, Armut, Vernachlässigung, Missbrauch oder anderen Gewalterlebnissen?

«Ich finde, dass ich stärker war.»

(Natascha Kampusch)

Die Entführung

Am 2. März 1998 wurde Natascha Kampusch als zehnjähriges Mädchen auf ihrem Schulweg in Wien in einen weißen Lieferwagen gezerrt und entführt. Trotz intensiver Nachforschungen wurde sie nicht gefunden. Ihr Entführer hielt sie in einem fensterlosen Raum, in einer ehemaligen Montagegrube unter einer Garage, gefangen. Acht Jahre lang war das ihr Zuhause. Sie durfte meist nur stundenweise das Verlies verlassen. Am 23. August 2006 entkam sie ihrem Peiniger in einem unbemerkten Augenblick. Ein Interview mit ihr wurde angekündigt. Natürlich fragte man sich, was für eine junge Frau nun vor die Kameras treten würde. Wie sehr mochte die achtjährige Gefangenschaft sie intellektuell und emotional beeinträchtigt haben? Das berührende Gespräch am 6. September 2006 überraschte die Öffentlichkeit. Trotz Freiheitsberaubung, Nahrungsentzugs, Misshandlungen und Vergewaltigung durch ihren Entführer beeindruckte Natascha Kampusch mit ihren selbstbewussten und überlegten Äußerungen. Hier sprach eine junge Frau, obwohl erst zwei Wochen zuvor der Gewalt ihres Entführers entkommen, von ihren Zukunftsplänen. Sie sagte damals, sie wolle ein Buch schreiben und jenen helfen, die hungern und unterdrückt werden. Und das hat sie dann auch mit Unterstützung geschafft. 2010 erschien ihre Autobiographie «3096 Tage». 2013 kam ihre Geschichte in die Kinos. Sie unterstützt heute Projekte, die Kindern Bildung und Schutz bieten. Natascha Kampusch erkannte schon mit zehn Jahren, dass ihr Entführer «nicht normal» war, daher überlegte sie auch sofort, wie sie mit ihm umgehen müsse. Sie gewann in ihrer Gefangenschaft die innere Überzeugung: «Ich bin stärker!» Zu ihrem Entführer sagte sie: «Einer von uns beiden wird sterben müssen.» Als sie floh, warf er sich vor einen Zug.

Ihr Beispiel zeigt, mit welcher Widerstandskraft ein Mensch auf schwierige Umstände reagieren kann. Aber wie ist ihr das gelungen? Sicher war auch sie zornig und verzweifelt, doch all den schwierigen Umständen zum Trotz entwickelte sie eine Resilienz.

Resilienz – was ist das?

Weiterlesen? Laden Sie den ganzen Artikel kostenfrei herunter.

Peter Zaiser, Rosenheim D, Dipl. Theologe sowie Lebens- und Sozialberater

Folgende Artikel finden Sie in dieser Rubrik auch noch:

Über das Glück

Glück. Die Glücksforschung boomt. Psychologie, Neurologie und Genetik, Soziologie und Ökonomie: Kaum eine akademische Disziplin, in der nicht jemand versucht, die uralte Frage zu beantworten, was Menschen glücklich macht – und ob sie selbst etwas dafür tun können. Aristoteles definierte Glück mit „eudaimonia“ – das gelungene, erfüllte Leben.
mehr lesen

Die Bedeutung des Optimismus für unsere Gesundheit

Optimismus – wenn alles zum Besten dient. Bist du ein Optimist? Ein wunderschöner Rosenstrauch in einem blühenden Garten. Wenn du ihn betrachtest, verweilst du eher bei den Blüten oder den Dornen? Wenn du nun dein eigenes Leben betrachtest, was dann?

mehr lesen

Gute Taten verlängern das Leben

Gutes Tun zahlt sich aus, offenbar sogar in Lebensjahren. US-Forscher belegen: Wer im Alter ehrenamtlich aktiv ist, hat gute Chancen bis zu sechs Jahre länger zu leben als Gleichaltrige ohne soziales Engagement.
mehr lesen

Optimismus auch in Krisen

«Du mit deinem Optimismus! Du hast gut reden!»

Ist Optimismus lediglich positives Reden, ein passives Schön-Wetter-Denken wenn dunkle Wolken aufziehen, ein Ausblenden von negativen Tatsachen? Wird uns eventuell eine optimistische Disposition in die Wiege gelegt und könnte es sein, dass einige von uns zu wenig oder gar nichts davon abbekommen haben?
mehr lesen

Wege aus der Depression

Die ganzheitliche Anti-Depressionskur – NewstartPlus praktisch

Depression, Burnout und chronische Müdigkeit gehören zu den häufigsten seelischen Erkrankungen. In der Schweiz sind davon über 500 000 Menschen behandlungsbedürftig betroffen. Meistens werden ihnen bloss Psychotherapie und/oder Medikamente angeboten. Alternative wirksame Behandlungsmöglichkeiten sind zwar vorhanden, werden aber in weniger als 5 % der Fälle durchgeführt.

  • Was sind die Ursachen dieser gewaltigen Epidemie?
  • Was kann man tun, wenn man davon betroffen ist?
  • Wie kann man heil werden, wie sich schützen?

mehr lesen