Zum Hauptmenü springen

Cannabis und beginnende Psychose

Ein riskantes Zusammenwirken: Cannabis ist neben Nikotin und Alkohol eine der am häufigsten konsumierten psychotropen Substanzen weltweit. Der Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychosen wurde in einer grossen Anzahl von Studien untersucht.


Ein aktueller Fortbildungsartikel für Ärzte eines Autorenteams unter der Leitung von Fr. Prof. Dr. med. Anita Riecher-Rössler der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel fasst den aktuellen Stand wie folgt zusammen:

Regelmässige CannabiskonsumentInnen leiden mit höherer Wahrscheinlichkeit an einer chronischen psychotischen Erkrankung, dies insbesondere dann, wenn sie über eine Neigung zu Psychosen verfügen oder bereits in frühen Jahren des Erwachsenwerdens Cannabis konsumiert haben. Wer bereits vor dem Beginn der schizophrenen Psychose regelmässig Cannabis konsumiert hat, weist im Durchschnitt ein niedrigeres Erkrankungsalter (also einen früheren Erkrankungsbeginn) auf.

PatientInnen mit einer schizophrenen Psychose, die regelmässig Canna­bis konsumieren, zeigen einen schlechteren Verlauf mit ausgeprägterer psychotischer Symptomatik. Zudem konsumieren Patientinnen mit einem Verdacht auf eine beginnende Psychose sowie solche mit einer (ersten Episode einer) psychotischen Störung aus dem schizophrenen Formenkreis deutlich häufiger Cannabis als gleichaltrige Personen der Allgemeinbevölkerung.

Wenn Sie mehr wissen wollen, dann laden Sie diesen Artikel kostenfrei herunter.

(C) Bild Oliver Arndt / Pixelio.de

Dr. med. Ruedi Brodbeck, Facharzt Allgemeine Innere Medizin

  • Cannabis und beginnende Psychose (320 kB) >speichern<
    Fachartikel von M.Sc. Katharina Beck, Psychologin, Dr. phil. Erich Studerus
    Psychologe und Prof. Dr. med. Anita Riecher-Rössler Chefärztin Leiterin Diagnoseübergreifendes Zentrum für Gender Research und Früherkennung Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel

Folgende Artikel finden Sie in dieser Rubrik auch noch:

Das beliebteste alkoholische Getränk in der Schweiz: Wein

Lausanne/Schweiz, 08.03.2016/APD Jugendliche in der Schweiz konsumieren mehr als die Hälfte des Alkohols in Form von Bier, vor allem am Wochenende, schreibt Sucht Schweiz in einer Medienmitteilung. Mit steigendem Alter wird der Wein wichtiger. Wein ist das am meisten konsumierte alkoholische Getränk in der Schweiz.
mehr lesen

Lebenskunst Ruhe – den gesunden Rhythmus finden

Schneller, schneller, 
immer mehr ...

Unser Leben wird immer hektischer. Sowohl während der Arbeit als auch in der Freizeit steigen Erwartungen und Ansprüche. Es wird immer mehr in immer kürzerer Zeit verlangt. Der Stresspegel steigt, und viele spüren, dass ihnen Stress schadet. Stressbedingte Erkrankungen sind an der Tagesordnung.
mehr lesen

Von Schlaf und regelmäßiger Erholung

Schlaf- und Ruhemangel Von der Schlafforschung wissen wir, dass einem erschöpften Verstand mit größerer Wahrscheinlichkeit schwere Fehler unterlaufen.

mehr lesen

Abgucken erwünscht – so kommen wir in Bewegung!

Kennen Sie das auch noch aus Ihrer Schulzeit? Man schreibt eine Klassenarbeit, hat sich mehr oder weniger gut vorbereitet und verspürt doch den grossen Drang, beim Nachbarn abzugucken. Wehe aber, wenn man vom Lehrer erwischt wird! Dann gibt es einen Verweis, eine schlechte Note und eine Meldung an die Eltern. Da heisst es, gut zu überlegen, ob man diese Folgen in Kauf nimmt oder nicht doch lieber ehrlich und selbstständig seine Arbeit schreibt. Warum also diese Überschrift? Sollen Sie doch zum Abgucken animiert werden?

Meine Antwort lautet aus vollem Herzen: JA.
mehr lesen

Riskante Entscheidungen – entscheidende Risiken

Niemand betrachtet Speiseeis als ein grosses Risiko für Kinder, aber der Eiswagen, der die vierjährige Bo-Bo Valentine überfuhr, als sie auf die Strasse rannte, hätte beinahe ihr junges Leben ausgelöscht.

 Als ich sie an einem Montag­­morgen zum ersten Mal sah, lag sie im Koma auf der Intensiv­station – angeschlossen an ein Messgerät für den Schädelinnen­druck. Einer der Assistenzärzte fasste ihren Fall so zusammen: «Ist es nicht an der Zeit, das kleine Mädchen aufzugeben? Ungefähr das Einzige, was sie noch zeigt, ist eine Pupillenreaktion», was bedeutete, dass ihre Pupillen noch auf Licht reagierten. Ansonsten hatte sie jede Reaktionsfähigkeit verloren.

Bevor ich ihm antwortete, beugte ich mich über Bo-Bo und hob sanft ihr Augenlid an. Ihre Pupillen waren starr und geweitet. «Haben Sie nicht gesagt, dass ihre Pupillen noch ­reagieren?» – «Vor einer Minute taten sie es noch», beharrte er. «Dann meinen Sie, dass ihre Pupillen sich in diesem Augenblick geweitet hatten?» – «Das müssen sie wohl!»

Sofort etwas tun?

Wenn das der Fall war, dann bedeutete es, dass in diesem Moment etwas Ernsthaftes geschah, und wir mussten sofort etwas unternehmen, wenn wir hofften, weiteren Schaden abzuwenden.
mehr lesen