Zum Hauptmenü springen

Vegetarier leben gesünder und länger!

Vegetarier erkranken seltener an einem metabolischen Syndrom als Nichtvegetarier. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite „Adventist Health Study“, die seit 2002 vom Fachbereich „Public Health“ (Gesundheitswesen) der Loma Linda Universität der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Südkalifornien/USA durchgeführt wird. Die Auswertung wurde im Fachjournal „Diabetes Care“ (2011, 10.2337/dc10-1221) veröffentlicht und in den Online-Ausgaben vom „Deutschen Ärzteblatt“ (14.4.) und dem „Focus“-Magazin (15.4.) kommentiert.

Das metabolische Syndrom ist hauptsächlich ein Krankheitsbild der Industriestaaten und entwickelt sich aus einem westlichen Lebensstil, charakterisiert durch zu kalorienreiche Ernährung und einen Mangel an körperlicher Bewegung. Es gilt als der entscheidende Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten. Die vier Faktoren des sogenannten „tödlichen Quartetts“ sind Übergewicht, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte und Insulinresistenz. Wie die Studie der Loma Linda Universität zeigt, haben Vegetarier ein um 36 Prozent geringeres Risiko als Nichtvegetarier, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln.

An der Studie nahmen 773 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren teil, die nach dem Zufallsprinzip aus 100.000 Siebenten-Tags-Adventisten in den USA und Kanada ausgewählt wurden. Diese hatten bereits an der ersten „Loma Linda University's Adventist Health Study“, einer Langzeitstudie, die Daten zu Gesundheit und Lebensstil von dortigen Adventisten erfasste, teilgenommen. Sie ergab, dass die von vielen Adventisten praktizierte gesunde Ernährung und Lebensweise einschliesslich des Verzichts auf Rauchen und Alkoholgenuss zu einer um mehrere Jahre höheren Lebenserwartung im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung führt.

35 Prozent der 773 für die zweite Studie ausgewählten Personen waren Vegetarier. 25 Prozent von ihnen hatten das metabolische Syndrom. Bei den Halbvegetariern, die ab und zu Fisch oder Fleisch assen, waren es 37 Prozent, bei den Fleischessern 39 Prozent.

Im Schnitt waren die Vegetarier und Halb-Vegetarier drei Jahre älter als die Nicht-Vegetarier. Trotz ihres leicht höheren Alters hatten sie einen niedrigeren Cholesterinspiegel, bessere Blutzucker- und Blutdruckwerte sowie einen geringeren Hüftumfang und Body-Mass-Index (BMI). Halb-Vegetarier hatten einen deutlich niedrigeren BMI und Hüftumfang, verglichen mit denjenigen, die regelmässig Fleisch assen.

„Die Studie zeigt erneut, dass sich die Ernährung positiv auf viele der wichtigsten kardiovaskulären Risikofaktoren auswirkt, die zum metabolischen Syndroms gehören“, betonte Dr. med. Gary Fraser, Hauptforscher der „Adventist Health Study 2". „Der Trend hin zur pflanzlichen Ernährung ist eine sehr vernünftige Entscheidung.“ Laut Dr. Fraser hätten nach Berücksichtigung der Unterschiede durch Alter, Geschlecht, Ethnie, körperliche Bewegung und Kalorienzufuhr Vegetarier ein um 56 Prozent vermindertes Risiko hinsichtlich der Stoffwechselstörung, die häufig der Vorläufer des Typ-2-Diabetes mellitus ist.

© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland)

Folgende Artikel finden Sie in dieser Rubrik auch noch:

Lebenselixier Wasser

Unser Blauer Planet – aus den Weiten des Alls betrachtet – zeichnet farblich eine wesentliche Grundlage des Lebens ab: Wasser – H2O! Die medizinische Bedeutung dieses einzigartigen Gutes soll im Folgenden beleuchtet werden.
mehr lesen

Vitamine und Eisen verkürzen das Leben

Erneut kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen Menschen ohne Mangelzustände mehr schadet als nutzt.
mehr lesen

Brustkrebs: Alkohol & Übergewicht schlecht für die Prognose

Dass erhöhter Alkoholkonsum und deutliches Übergewicht das primäre Brustkrebsrisiko erhöhen, wurde schon des Öfteren berichtet. Wenig ist bislang über die prognostischen Folgen bei bereits erkrankten Patientinnen bekannt.
Zwei aktuelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass ab einer bestimmten Alkoholmenge pro Tag bzw. Woche und bei erhöhtem Body Mass Index die Erfolgsaussichten der Behandlung zum Teil deutlich abnehmen. Dies ein Bericht vom Brustkrebssymposium in San Antonio.
mehr lesen

Lebenskunst Ruhe – den gesunden Rhythmus finden

Schneller, schneller, 
immer mehr ...

Unser Leben wird immer hektischer. Sowohl während der Arbeit als auch in der Freizeit steigen Erwartungen und Ansprüche. Es wird immer mehr in immer kürzerer Zeit verlangt. Der Stresspegel steigt, und viele spüren, dass ihnen Stress schadet. Stressbedingte Erkrankungen sind an der Tagesordnung.
mehr lesen

Bewegung belebt

Über die erstaunlich vielseitigen, positiven Auswirkungen regelmässiger körperlicher Aktivität.

Wenn ich an einem dunklen Wintermorgen merke, dass ich Mühe habe, aus dem warmen Bett und in die «Gänge» zu kommen, hilft mir eine kurze, intensive Bewegungseinheit auf meinem Cross-Trainer. Spätestens nach der folgenden Dusche fühle ich mich völlig wach, neu belebt, leistungsfähig. Wenn ich an einem Sommerabend von einem langen Praxistag müde und erschöpft bin und trotzdem noch einen Spaziergang entlang dem nahegelegenen Fluss mache, mit meiner Frau zu einer kurzen Ausfahrt mit dem Tandem aufbreche oder im See schwimmen gehe, dann fühle ich, wie die Last des Tages schwindet; ich komme wieder zu mir selber, fühle mich neu belebt.
mehr lesen