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Geschichte

Die Schweizerische Liga Leben und Gesundheit wurde als Verein erst Mitte des 20. Jahrhunderts gegründet. Ihre ideellen Wurzeln reichen jedoch bis zur Temperenzbewegung des 19. Jahrhunderts zurück.

Die Temperenzbewegung

auch Abstinenz-, Mäßigkeitsbewegung, hatte als sozial-spirituelle Bewegung ihren Höhepunkt zum Ende des 19. bis zur Mitte des 20 Jahrhunderts.
Ausgehend von der nordamerikanischen Ostküste und Nordeuropa breitete sich diese Bewegung ab den 1820 und 30er Jahren rasch über ganz Europa, Nordamerika und die britischen Kolonien aus. Mit dem totalen Verzicht auf Alkohol (z.B. Blaues Kreuz) und später auch Tabak und anderen Drogen wurden soziale Refomen wie auch Gesundheitsreformen verfolgt.
Als Pioniere und Wegbereiter  könnte man eine Vielzahl von Männern und Frauen nennen, an dieser Stelle möchten wir Dr. John Harvey Kellogg kurz portraitieren.

Dr. John Harvey Kellog (1852-1943)

Als Sohn einer kinderreichen Familie ermöglichten Freunde ihm das Medizinstudium. Nach einem mehrmonatigen Kurs bei dem Naturheilkundler Dr. Russel T. Trall, sowie einigen Semestern an der University of Michigan Medical School und dem Bellevue Hospital Medical College in New York City kehrte Kellogg 1875 zurück nach Battle Creek, Michigan, um seine Tätigkeit im 1866 eröffneten Western Health Reform Institute zu beginnen. Bereits ein Jahr später wurde er zum medizinischen Direktor dieser Einrichtung befördert.

Sein außergewöhnlicher Ruf eilte ihm voraus, so dass das Institut während der folgenden 20 Jahre fast ständig erweitert werden musste und unter dem Namen Battle Creek Medical and Surgical Sanitarium bekannte Persönlichkeiten wie US-Präsident Coolidge, Henry Ford, Thomas Edison, C.W. Post und John D. Rockefeller.

Bekannt wurde er ebenso als Erfinder von Cornflakes, Granola und Erdnussbutter sowie als Erfinder der Lichttherapie und verschiedener mechanischer Massagegeräte.

Meidet Extremismus und Fanatismus!

Ellen G. White (1827-1915), eine visionäre und stets ausgewogene Vertreterin der Mäßigkeitsbewegung und Gesundheitsreform, schrieb: "Wählt den Mittelweg und meidet alles Extreme. Handelt nicht einseitig und unausgewogen. Eßt nicht karg und mager, und laßt euch von niemand beeinflussen, armselige Kost zu speisen. Bereitet eure Nahrung gesund und schmackhaft zu. Eure Kost soll schmackhaft sein und die Gesundheitsreform empfehlen." (Councels on Diet and Foods, S. 211)

Die zwölf natürlichen Gesundheitsprinzipien

Was war nun Kelloggs Schlüssel zum Erfolg? Kelloggs grundlegende Arbeitsweise war auf die sorgfältige und ausgewogene Beachtung der zwölf natürlichen Gesundheitsprinzipien zurückzuführen, die wir heute als das bekannte NewstartPLUS®-Konzept kennen. Lernen Sie mehr darüber, wie ein naturverbundener, ganzheitlicher Lebensstil ihr Leben bereichert!

Der Start der Schweizerischen
Liga Leben und Gesundheit

„Die Liga Leben und Gesundheit veranstaltet diesen Winter in verschiedenen Schweizer Städten öffentliche Vorträge über Fragen der Gesundheit, Erziehung, Ernährung und des Familienlebens. Versäumen sie nicht, die Ankündigungen darüber in der Tagespresse zu beachten und die Vorträge zu besuchen!“ So heisst es in einem der ersten Inserate, welches 1954 kurz nach der Gründung der Schweizerischen Liga Leben und Gesundheit geschaltet wurde.

Die Vortragstitel aus dieser Zeit muten heute vielleicht sprachlich etwas eigenartig an, weisen aber auf das ganzheitliche Gesundheitsverständnis der Gründer hin. Dr. med. A. Haenel, Chefarzt der mit der LLG kooperierenden Klinik La Lignière sprach z.B. zum aktuellen medizinischen Thema „Warum Schlaganfälle?“ Gustav Tobler, längjähriger Redaktor des monatlich erscheinenden Gesundheitsratgebers „Leben und Gesundheit“ befasste sich mit einem wichtigen gesellschaftlichen Thema: „Ehekrisen – Scheiden oder Flicken?“.  Otto Uebersax wies mit „Wie lange kann unsere Erde die Menschheit ernähren“ auch auf ökologische Aspekte der Gesundheit hin während das Thema von Edouard Naenny „Ewige Jugend!“ scheinbar bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüsst hat.

Der 5-Tage Plan - erste Blütezeit

Eine erste Blütezeit erlebte die Liga Leben und Gesundheit in den 60er und 70er Jahren mit dem 5-Tage-Plan, einem erfolgreichen Raucherentwöhnungskurs. Dr. med. Peter Lackner (medizinisch-physiologische Aspekte) und Hans Selinger (psychologischer Teil) waren die ersten, die diesen für die Schweiz einzigartigen Kurs durchführten. Andere Kursleiter folgten und während vieler Jahre war der 5-Tage-Plan das „Paradepferd“ im Stall der LLG. Hunderte von Rauchern konnten sich dank dieses Seminars von ihrer ungeliebten Sucht befreien. Vor wenigen Jahren wurde der 5-Tage-Plan vollständig überarbeitet und er wird ebenso wie viele zwischenzeitlich entwickelte Seminare bis heute angeboten.