Einmal gebildete Fortsätze an den Nervenzellen bleiben
Um zu lernen, also um neue Informationen verarbeiten zu können, gehen Nervenzellen neue Verbindungen miteinander ein. Steht eine Information an, für die es noch keinen Verarbeitungsweg gibt, wachsen von der entsprechenden Nervenzelle feine Fortsätze auf ihrer Nachbarzellen zu, eine Synapse bildet sich und der Austausch von Informationen zwischen den Zellen ist möglich – die neue Information wird gelernt. Löst sich der Kontakt wieder auf, wird das Gelernte vergessen. Was passiert jedoch, wenn das Gehirn etwas lernt, es wieder vergisst und später noch einmal lernen muss? Die Erfahrung zeigt, dass „Wiederlernen“ meist leichter als ein „Neulernen“ fällt.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurologie konnte nun zeigen, dass viele der bei einem Lernvorgang gewachsenen Zellkontakte wohl nur inaktiviert, aber nicht abgebraucht werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Die Reaktivierung dieser „Kontakte auf Vorrat“ ermöglicht es uns das schnellere Wiederlernen vergessener Gedächtnisinhalte.
Quelle: Hofer SB et al. (2008) Experience leaves a lasting structural trace in cortical circuits. Nature, 12.10.2008, in Psychiatrie & Neurologie 4.2008






