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Saubere Luft durch E-Zigaretten und Co.?

Er reitet mit seinem Pferd in den Sonnenuntergang. In seiner Hand eine glühende Zigarette, die er sich genüsslich in den Mund steckt. So kennen wir ihn, den «Marlboro man» aus der Kinowerbung.

Nicht nur er ist aufgrund der strikteren Werbegesetze für immer von der Bildfläche verschwunden. (Der wohl bekannteste von ihnen war Wayne McLaren, der 1992 im Alter von 51 Jahren an den Folgen von Lungenkrebs starb!). Auch die klassische Zigarette bekommt immer mehr Konkurrenz. Insbesondere in den westlichen Industriestaaten stagniert der Tabakkonsum oder geht sogar zurück. In den USA, im Land der Freiheit und dem Sitz von Philip Morris International, einem der fünf Big Players auf dem Tabakmarkt, ist aufgrund der nachgewiesenen Gesundheitsschädigungen und der darauffolgenden Rauch- und Werbeverbote der Tabakkonsum in der Gesamtbevölkerung auf rund 14 % abgesunken. Verglichen mit den 42 % in den 1960er Jahren ist dies durchaus eine alarmierende Situation für die Tabakriesen.

Dadurch sind sie auf der Suche nach «gesünderen» Alternativen, um nicht völlig von der Bildfläche zu verschwinden.

Unter den Jugendlichen in den USA scheint diese Strategie durchaus Erfolg zu versprechen, denn rund 13 % der High-School Studenten geben an, regelmäßig E-Zigaretten und andere Dampfprodukte zu konsumieren. Ähnliche Trends sind auch in der Schweiz sowie in Deutschland und Österreich festzustellen.

Nicht mehr verbrennen und inhalieren, sondern erhitzen und dampfen. Das ist die neue Strategie. Zigarrenklubs werden durch Shisha-Bars ersetzt, und der Tabak-Kiosk wird durch iQOS-Stores zum Dampfladen. Willkommen im Rauchzeitalter 2.0!

E-Zigaretten

Die elektrischen Zigaretten, kurz E-Zigaretten genannt, sind Rauchgeräte, mit denen eine Flüssigkeit, das sogenannte «Liquid», elektronisch erhitzt und auf Knopfdruck zum Verdampfen gebracht wird. Der dabei entstandene Nassdampf wird vom Konsumenten in die Lungen inhaliert oder gepafft. Im Unterschied zu den herkömmlichen Zigaretten findet hierbei kein klassischer Verbrennungsprozess statt. Dadurch wird dem Konsumenten vorgegaukelt, die Gesundheitsrisiken bezüglich krebserregender Stoffe zu minimieren. Aus dem ursprünglichen Gedanken des Nikotinentzuges wurde eine neue Trendszene, die sogenannten «Dampfer».

Eine aktuelle Studie1 fasst es so zusammen: Durch die E-Zigaretten kommt es zu keinem Rauchstopp, sondern lediglich zu einem Wechsel vom klassischen Raucher zum E-Zigaretten-Konsumenten. Manche «verzehren» Zigaretten und E-Zigaretten gleichzeitig.

Die verdampfenden Liquids können entweder mit oder ohne Nikotin und mit diversen Aromastoffen konsumiert werden. Im Internet gibt es dazu zahlreiche Händler, welche Billigprodukte aus dem chinesischen Markt anbieten – ohne sichere Inhaltsangabe. Es gibt aber auch seriöse Plattformen und Händler. Es gilt bei der Auswahl Vorsicht walten zu lassen.

Bezüglich der gesundheitlichen Aspekte der E-Zigaretten ist zu sagen, dass sie nicht weniger schädlich sind, wenngleich das Gegenteil behauptet wird. Die Langzeitfolgen sind aufgrund der fehlenden Datenlage noch nicht klar abschätzbar. Beispielsweise stellt eine tierexperimentelle Studie vom Januar 20182 bei männlichen Mäusen, welche mit 10mg Nikotin für 3 Stunden pro Tag, 5 Tage pro Woche für insgesamt 12 Wochen «angedampft» wurden, Schäden an der DNA von Herz, Lunge und an der Harnblase fest.

IQOS

Eine weitere Form der neuen Rauchwaren sind die sogenannten IQOS. Anders als bei den E-Zigaretten wird hier keine Flüssigkeit verdampft, sondern richtiger Tabak erhitzt. Unter dem Schlagwort «heat, not burn» (erhitzen statt verbrennen) versucht der amerikanische Tabakriese Philipp Morris (Marlboro etc.) den Weg aus der Tabakkrise zu finden. Im Gegensatz zur klassischen Zigarette wird bei den IQOS der Tabak über ein Metallplättchen nur auf etwa 350°C erhitzt.

© 2018 istockphoto.com, DOUGBERRY, vchal

 

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DR. MED. STEFAN LEITNER, Facharzt für Innere Medizin, Klagenfurt, AT

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