Zum Hauptmenü springen

Alkohol und Brusterkrankungen junger Frauen

Brusterkrankungen gehen oft einem Mammakarzinom voraus, für das Alkoholkonsum ein bekannter Risikofaktor ist. Mit einer Analyse von Daten aus der US-amerikanischen „Growing Up Today Study“ haben Forscher aus Boston die Beziehung zwischen Alkoholkonsum in der Adoleszenz und dem Auftreten von bioptisch gesicherten gutartigen Brustveränderungen bei jungen Frauen untersucht.

Die „Growing Up Today Study“ ist eine prospektive Kohortenstudie, in die 9- bis 15-jährige Mädchen eingeschlossen wurden und von 1996 bis 2007zuerst jährlich und dann zweijährlich nachkontrolliert wurden. Im Jahr 2003 wurde der Alkoholkonsum in den 12 vorausgegangenen Monaten erfasst. Drei und fünf Jahre später wurden 6‘899 Teilnehmerinnen befragt, ob bei einer medizinischen Untersuchung gutartige Brustveränderungen diagnostiziert worden waren. Bei 147 war dies der Fall; 67 mal war die Erkrankung bioptisch gesichert worden.

Die Datenanalyse zeigte: Mit jedem Drink pro Tag, den die Frauen zwischen dem 15. und dem 22. Lebensjahr konsumiert hatten, erhöhte sich das Risiko für eine bioptisch gesicherte, gutartige Brusterkrankung um 50 Prozent. Bei Frauen, die täglich Alkohol tranken, war das Risiko sehr deutlich, nämlich 5.5 mal höher, als bei denjenigen, die weniger als einmal pro Woche Alkohol tranken.

Die Autoren weisen darauf hin, dass Alkohol- und Nikotinabstinenz in der Adoleszenz zusammen mit konsequentem Sonnenschutz eine erhebliche Senkung der gesamten Krebsinzidenz im Erwachsenenalter bewirken würde. Sie machen zwar keine Vorschläge, wie man dies praktisch durchsetzen könnte. Ihre Befunde sind aber ein Argument, das junge Frauen kennen sollten.

Berkey CS et al. Prospective Study of Adolescent Alcohol Consumption and Risk of Benign Breast Disease in Young Women. PEDIATRICS April 12, 2010 (doi:10.1542/peds.2009-2347) zitiert nach Univadis (MSD)

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Folgende Artikel finden Sie in dieser Rubrik auch noch:

Tabakproduktegesetz ist Jugendschutz „Ultra-Light“

Bern und Lausanne/Schweiz, 08.12.2017/APD – Im überarbeiteten Entwurf zum Tabakproduktegesetz, das der Bundesrat am 8. Dezember vorgelegt hat, fehlten wirksame Massnahmen zur Tabakprävention, schreibt Sucht Schweiz in einer Medienmitteilung.

mehr lesen

Das neue Coronavirus verändert unser Leben

Aktion Geheimnis ganzheitlicher Gesundheit: Innert wenigen Wochen ist nichts mehr, wie es einmal war. Covid-19 beeinflusst das gesunde Zusammenleben unserer Gesellschaft. Unsicherheit macht sich breit.

mehr lesen

Pflanzliche Kost erhöht Erfolgschancen bei Sterilität

Eine unausgewogene Ernährung mit einer niedrigen Mineralstoff- und Vitaminzufuhr beeinträchtigt die Fruchtbarkeit. Eine wesentliche Rolle scheinen dabei einige B-Vitamine zu spielen, speziell Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure. Möglicherweise hängt der Effekt mit deren Beeinflussung des Homozysteinspiegels zusammen.
mehr lesen

Zehntausende Kinder mit alkoholabhängigen Eltern

In der Schweiz wachsen mehrere zehntausend Kinder mit einem alkoholabhängigen Elternteil auf, wie Sucht Info Schweiz in einer Medienmitteilung schreibt. Die Kinder seien mit ihren Sorgen oft alleine und das Leiden begleite sie häufig ihr Leben lang. „Boby“, der kleinen Hund aus dem gleichnamigen Bilderbuch zur Sensibilisierung von Eltern und Kindern für die Thematik, wird seit dem 21. November in allen Poststellen in Form eines Schlüsselanhänger gratis abgegeben. „Boby“ soll den betroffenen Kindern eine Stimme geben und ihre Eltern für die Problematik sensibilisieren.
mehr lesen

Vegetarier leben gesünder und länger!

Vegetarier erkranken seltener an einem metabolischen Syndrom als Nichtvegetarier. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite „Adventist Health Study“, die seit 2002 vom Fachbereich „Public Health“ (Gesundheitswesen) der Loma Linda Universität der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Südkalifornien/USA durchgeführt wird. Die Auswertung wurde im Fachjournal „Diabetes Care“ (2011, 10.2337/dc10-1221) veröffentlicht und in den Online-Ausgaben vom „Deutschen Ärzteblatt“ (14.4.) und dem „Focus“-Magazin (15.4.) kommentiert.
mehr lesen