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Glaube, Lebensstil, Gesundheit ... Nonnen

Über die heilsamen Auswirkungen des Glaubens wurde im Artikel "Macht glauben gesund?" ausführlich berichtet. Im vorliegenden Beitrag möchte ich der Frage nachgehen, wie dieser günstige Einfluss des Glaubens auf die Gesundheit zustande kommt.

Vielleicht haben Sie sich darüber schon Gedanken gemacht. Wenn man in die Medien schaut, findet man Schlagworte wie «heiliges Placebo», «Gottes Gene», «Gebet besiegt Krebs» und «Muslime sind die besseren Kranken». Wenn ich selbst ein Schlagwort nennen müsste, wäre dies «Lebensstil». Der Lebensstil ist ein Schlüssel zu unserer Gesundheit und wird stark von unseren Lebens- und Glaubenshaltungen beeinflusst. Darauf werde ich im Folgenden weiter eingehen.

Wie wirkt sich unser Lebensstil auf die Gesundheit aus?

Zu dieser Frage gibt es viele wissenschaftliche Arbeiten. Eine sehr interessante und anschauliche Studie1 wurde in Italien gemacht. 144 Nonnen aus einem geschlossenen Benediktinerkloster wurden während 20 Jahren regelmäßig hinsichtlich ihres Gesundheitszustandes untersucht. Dabei wurden Gewicht, Blutdruck, Cholesterin und die Nierenfunktion gemessen. Der Blutdruck ist ein wichtiges Maß für die Gesundheit des Herzkreislaufsystems.  In der Normalbevölkerung steigt der Blutdruck über die Jahre allmählich an. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Gewichtszunahme, Salzkonsum, Bewegungsmangel, Nikotin- und Alkoholkonsum, Alterung der Blutgefäße, Stress und belastende Lebensereignisse sowie Angstzustände und Depressionen.

Die Nonnen-Studie hat ergeben, dass der Blutdruck bei diesen 144 italienischen Kloster­frauen über die 20 Jahre praktisch unverändert blieb, obwohl z. B. das Gewicht in ähnlicher Weise anstieg wie in der Normalbevölkerung. Wie lässt sich dieses Ergebnis erklären? Was machen diese Frauen anders? Was bestimmt ihre Lebensweise?

Glaube, Lebenshaltung und Gemeinschaft

Das Lebenskonzept dieser benediktinischen Nonnen ist in der Formel «ora et labora» zusammengefasst. «Ora et labora» meint «beten und arbeiten». Ich glaube, dass die Reihenfolge nicht zufällig ist – zuerst beten und dann arbeiten. Beten bedeutet, die Verbindung mit Gott zu suchen. Die regelmäßigen Gebetszeiten unterbrechen den Tagesablauf und helfen, sich innerlich immer wieder vom Tagesgeschehen zu lösen, Gott für Gelungenes zu danken und Schwieriges bei Gott bewusst abzuladen. Dies entlastet, «entstresst» und fördert eine vertrauensvolle Lebenshaltung.

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Artikel: Macht "Glauben" gesund? Eine Standortbestimmung.

 

DR. MED. RENÉ HEFTI, Langenthal, CH, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH und Psychosomatik SAPPM Leiter Forschungsinstitut für Spiritualität und Gesundheit FISG (www.fisg.ch) Dozent für Psychosoziale Medizin an der Universität Bern Ärztlicher Consultant in der Klinik SGM

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